Konzerte-Theater

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Sinfonietta Mainz spielt auf dem Flugplatz

Am 6. September hieß es in Mainz erneut klassische Musik mit einer vollkommen anderen Kulisse zu verbinden. Wir waren auf dem Flugplatz, ein Sportflughafen, der für Sportflugzeuge und Kleinflugzeuge ausgelegt ist. Ich habe weiter unten noch einige Fotos eingefügt. Ich bin bereits zum zweiten Mal bei den sogenannten Hangar-Konzerten dabei. Die Sinfonietta Mainz ist ein sinfonischer Klangkörper, der sich im Raum Mainz-Wiesbaden-Frankfurt seit 30 Jahren einen Namen erarbeitet hat. Die „Location“, also der Flugplatz, hat den Vorteil, dass die Musik in dieser Flugzeughalle nicht nur akustisch gut klingt, sondern die Musik auch in andere Sinnzusammenhänge bringt. Musik bekommt eine andere Konotation und fügt sich in das „normale Leben“ ein.

Das Programm war sehr tänzerisch/rhythmisch angelegt und forderte bis auf die Zugabe „Out of Africa“ der Rhythmusgruppe im Orchester alles ab. Es begann z.B. mit der Candide Ouvertüre, die durch ihre vielen Taktwechsel, Synkopen und Überbindungen rhythmisch sehr komplex daherkommt und in der Probenarbeit eine Herausforderung darstellt. Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hier um ein Laienorchester handelt, das zwar in den Konzertphasen mit professionellen Musikern verstärkt wird. Aber der Orchesterstamm besteht aus Laienmusikern, die im normalen Leben einem anderen Hauptberuf nachgehen. Trotzdem werden exponierte Solostellen wie z.B. in Ravels Bolero mit den Laienkräften besetzt und nicht mit den „Profis“. Nach der Candide-Ouvertüre folgte das erste richtige „Tanzstück“, ein Huapango von dem Mexikanischen Komponisten Moncayo. Hier blühte die Rhythmusabteilung im Orchester richtig auf. Anschließend folgte der Bolero von Maurice Ravel, der wie gesagt bei den Solostellen zu Beginn des Stückes mit den Laienstammkräften musiziert wurde. Nach der Pause war wieder ein Südamerikanischer Komponist zu hören, diesmal aus Brasilien: Der viel gespielte Vila Lobos mit seiner Bachiana BrasileiraNo.2 „El Trenecito“. Im Anschluss kam dann der Höhepunktdes Abends: Die West Side Story von Leonard Bernstein, bzw. seine durchkomponierte Suite, die Sinfonischen Tänze, die sich an die West Side Story anlehnen. Dieser Programmpunkt war vom Orchester sehr gekonnt vorgetragen. Allein das Arrangement, genauer gesagt die durchkomponierten Übergänge zu dem jeweils anderen Teil sind hier noch gewöhnungsbedürftig. Aber der Gesamteindruck war sehr überzeugend, präsentiert sich der der berühmte Mambo mit seinen äußerst schwierigen Passagen als große Herausforderung auch für ein Profiorchester. Alles in allem ein sehr gelungener Abend, der mit den sinfonischen Klängen der Filmmusik „Out of Africa“ einen runden Abschluss fand.

Vielen Dank liebe Sinfonietta Mainz!

Screenshot


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